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    Gesundheit

    Studie legt nahe, dass Testosteron das Wachstum von Hirntumoren bei Männern hemmt

    Von den National Institutes of Health (NIH) geförderte Forscher der Cleveland Clinic haben herausgefunden, dass Testosteron das Wachstum von Glioblastomen bei Männern hemmen kann. Dies stellt langjährige Annahmen über die Rolle des Hormons bei Hirntumoren in Frage.



    GBM im rechten Frontallappen, dargestellt im CT-Scan. Foto: James Heilman, MD /Wikipedia


    In präklinischen Modellen beschleunigte der Verlust von Androgenen wie Testosteron das Tumorwachstum durch verstärkte Entzündungen und die Aktivierung des Stressreaktionssystems des Gehirns.

    Der daraus resultierende Anstieg der Stresshormone schuf ein immunsuppressives Milieu, das die Fähigkeit von Immunzellen, Tumore zu erreichen, einschränkte.

    Die Studie analysierte außerdem Daten von über 1.300 Männern mit Glioblastom und fand heraus, dass Patienten, die zusätzlich Testosteron erhielten, ein um 38 % geringeres Sterberisiko hatten als diejenigen, die das Hormon nicht einnahmen.

    Obwohl die Ergebnisse keinen Kausalzusammenhang beweisen, gaben die Forscher an, dass sie weitere klinische Untersuchungen unterstützen.

    Glioblastome und erhöhte Androgenspiegel treten häufiger bei Männern auf, was viele Forscher zu der Annahme veranlasste, dass die Hormone zum Tumorwachstum beitragen. Das Team der Cleveland Clinic fand jedoch heraus, dass Androgene offenbar eine schützende Rolle bei der Immunregulation des Gehirns spielen.

    Forscher stellten fest, dass eine Reduzierung des Testosteronspiegels bei männlichen Mäusen die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) überaktivierte, wodurch Stresshormone anstiegen und die Immunbarriere des Gehirns gestärkt wurde.

    Die Tumore dieser Mäuse wuchsen weitgehend ungehindert. Derselbe Effekt wurde bei weiblichen Mäusen nicht beobachtet.

    Das Team plant weitere Forschungen, um herauszufinden, wie Glioblastome Entzündungsreaktionen im Hypothalamus auslösen und ob testosteronbasierte Therapien Patienten in klinischen Studien helfen könnten.

    20 MAI 2026



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