Edition Deutsch
    Nachrichten / Wissenschaft

    Malaria prägte die Verbreitung der frühen Menschen in Afrika

    Eine neue Studie der Universität Cambridge legt nahe, dass Malaria die Siedlungsgebiete der frühen Menschen in Subsahara-Afrika vor etwa 74.000 bis 5.000 Jahren beeinflusste, Populationen fragmentierte und den genetischen Austausch lange vor Beginn der Geschichtsschreibung veränderte.



    Landschaft in Subsahara-Afrika. Foto: Martin und Ondrej Pelanek/Universität Cambridge


    Eine neue Studie hat ergeben, dass das Vorhandensein von Malaria die Siedlungsgebiete der menschlichen Bevölkerung in Subsahara-Afrika vor 74.000 bis etwa 5.000 Jahren beeinflusste.

    Über Zehntausende von Jahren prägte das Vorhandensein dieser Krankheit die Begegnung und Vermischung menschlicher Populationen – ermöglichte den Austausch von Genen und trug zur Entstehung der heutigen Bevölkerungsstruktur bei.

    Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Infektionskrankheiten für die frühen Menschen nicht nur eine Herausforderung darstellten, sondern ein grundlegender Faktor für die Entwicklung der menschlichen Evolution waren.

    Die Forscher vermuten, dass Malaria Populationen aus Risikogebieten vertrieben und sie über die Landschaft verteilt haben könnte oder dass sie in bestimmten Regionen zu hohen Sterberaten geführt hat.

    Immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass der moderne Mensch durch Interaktionen zwischen Populationen in verschiedenen Teilen Afrikas entstand und nicht von einem einzigen Ursprungsort ausging.

    Bislang konzentrierten sich die meisten Erklärungen für die Verteilung dieser Populationen auf dem Kontinent jedoch allein auf das Klima. Die neue Forschung zeigt, dass Krankheiten – insbesondere Malaria – ebenfalls eine entscheidende Rolle spielten.

    74.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gilt als gängiger Endpunkt für Forscher bei der Erforschung der Vergangenheit. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Ausbruch des Toba-Supervulkans zusammen – dem größten bekannten explosiven Vulkanausbruch der Menschheitsgeschichte.

    6 MAI 2026



    OTHER RECOMMENDED ARTICLES

    Brasilianische Paläontologen der Bundesuniversität Santa Maria haben eine neue Art fleischfressender Reptilien entdeckt, die vor etwa 240 Millionen Jahren, also vor dem Erscheinen der Dinosaurier, lebte.

    © 1991-2026 The Titi Tudorancea Bulletin | Titi Tudorancea® is a Registered Trademark | Nutzungsbedingungen
    Contact