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Geologen bestätigen: Straße von Gibraltar wird verschwinden
Eine aktuelle Studie hat unter Geologen und Forschern für großes Aufsehen gesorgt: Ihren Modellen zufolge ist die Subduktionszone unter der Straße von Gibraltar nicht, wie viele annahmen, „inaktiv“, sondern wird sich in Richtung Atlantik ausdehnen. Dies könnte zum Verschwinden der Meerenge zwischen Europa und Afrika führen.

Bild des Südwestens der Straße: Europa mit Gibraltar, Algeciras und Tarifa befindet sich in der oberen rechten Ecke, Afrika mit Ceuta und Marokko in der unteren linken Ecke. Foto: Florian Sauerland/Wikinews
Viele Experten betrachteten das Gebiet um Gibraltar als ruhend oder praktisch inaktiv, da sich seine tektonische Bewegung in den letzten Millionen Jahren deutlich verlangsamt hatte.
Das neue, für diese Studie erstellte 3D-Modell, gestützt auf moderne Rechenleistung und aktuelle geodynamische Daten, legt jedoch nahe, dass diese Verlangsamung lediglich eine vorübergehende Phase vor dem Wiederaufleben der tektonischen Aktivität darstellt.
Obwohl die Ozeane scheinbar permanent sind, setzt die Plattentektonik ihren Lauf fort.
So entstehen, dehnen sich diese großen Wassermassen aus und schließen sich schließlich wieder – wie in der Vergangenheit bei der Tethys – durch den sogenannten Wilson-Zyklus, der letztendlich auch den Atlantik beeinflussen wird.
Diese neue Studie, geleitet von Geologen der Universitäten Lissabon (Portugal) und Johannes Gutenberg in Mainz (Deutschland), legt nahe, dass die Subduktion – das Abtauchen einer tektonischen Platte unter eine andere –, die derzeit im westlichen Mittelmeer unter der Straße von Gibraltar stattfindet, sich in Richtung Atlantik verlagern wird.
Folglich würde diese „Subduktionsinvasion“ ein atlantisches Subduktionssystem hervorbringen, ähnlich der aktiveren Subduktionszone im Pazifik, dem sogenannten „Feuerring“.
Die tektonischen Platten – die afrikanische und die eurasische Platte – würden so lange aufeinander zu stoßen, bis die atlantische ozeanische Lithosphäre unter die benachbarte Platte abtaucht. Dies würde eine Landhebung und die faktische Schließung der Meerenge zur Folge haben.
Dadurch wären Europa und Afrika wieder über Land verbunden, ähnlich wie während der Messinischen Krise vor etwa 5,9 Millionen Jahren.
Damals trocknete das Mittelmeer durch die Schließung der Straße von Gibraltar vollständig aus. So entstand eine Landbrücke zwischen Afrika und Europa, die etwa 600.000 Jahre lang bestand und es afrikanischen Tieren ermöglichte, nach Europa einzuwandern.
Laut Forschern wird dieser Wandel jedoch nicht unmittelbar erfolgen: Sie schätzen, dass die erste Phase der Migration erst in etwa 20 Millionen Jahren beginnt, was geologisch gesehen als „früh“ gilt.
Nach dieser relativ langsamen Phase könnte sich der Fortschritt der Subduktion im Atlantik beschleunigen.
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