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NASA-Rover Curiosity entdeckt neue organische Moleküle in Marsgestein
Der NASA-Rover Curiosity hat die vielfältigste Gruppe organischer Moleküle identifiziert, die jemals auf dem Mars gefunden wurde, darunter sieben Verbindungen, die zuvor noch nie auf dem Planeten nachgewiesen wurden.

Dies ist eine beschriftete Nahaufnahme von drei Bohrlöchern, die der NASA-Rover Curiosity im Oktober 2020 an einem Ort namens „Mary Anning“ in Marsgestein gebohrt hat. Die Probe, in der der Rover eine Vielzahl organischer Moleküle fand, stammt von „Mary Anning 3“. NASA/JPL-Caltech/MSSS
Die Entdeckung stammt aus einer Gesteinsprobe, die 2020 am Mount Sharp, einem Gebiet, das einst von Seen und Bächen geprägt war, entnommen wurde.
Wissenschaftler identifizierten 21 kohlenstoffbasierte Moleküle in der Probe und untermauerten damit die Annahme, dass auf dem frühen Mars einst die chemischen Bedingungen für die Entstehung von Leben vorhanden waren.
Forscher gehen davon aus, dass die Moleküle durch biologische oder geologische Prozesse entstanden sein könnten und dass ihr Ursprung derzeit nicht bestimmt werden kann.
Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass komplexe organische Verbindungen trotz der intensiven Marsstrahlung, die solches Material normalerweise allmählich zerstört, Milliarden von Jahren überdauern können.
Die Probe mit dem Namen „Mary Anning 3“ wurde aus tonreichem Gestein gewonnen, einer Sedimentart, die für die Konservierung organischer Substanzen bekannt ist.
Unter den neu entdeckten Verbindungen befand sich eine stickstoffhaltige Ringstruktur, ein sogenannter Stickstoffheterocyclus – ein Molekül, das als möglicher chemischer Vorläufer von RNA und DNA gilt.
Wissenschaftler identifizierten außerdem Benzothiophen, ein schwefel- und kohlenstoffhaltiges Molekül, das bereits in Meteoriten gefunden wurde und nach Ansicht einiger Forscher die präbiotische Chemie im frühen Sonnensystem mitbegründet hat.
Die Moleküle wurden mithilfe des Bordlabors von *Curiosity*, Sample Analysis at Mars (SAM), nachgewiesen. Dieses erhitzt pulverisierte Gesteinsproben und analysiert die freigesetzten Gase.
Erstmals verwendeten die Forscher das chemische Lösungsmittel TMAH für eine Marsprobe. Dadurch konnte das Instrument Verbindungen sichtbar machen, die sonst möglicherweise verborgen geblieben wären.
Um die Ergebnisse zu bestätigen, testete das Team dieselbe Methode an einem Fragment des Murchison-Meteoriten auf der Erde.
Das Experiment erzeugte einige der gleichen Moleküle, die auch im Marsgestein gefunden wurden. Dies deutet darauf hin, dass einst noch größere und komplexere organische Verbindungen auf dem Mars existiert haben könnten.
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